Nachwuchsförderung • Donau-Ries
Landkreis Donau-Ries: Die Freiwilligen Feuerwehren im Donau-Ries-Kreis verzeichnen einen beispiellosen Ansturm in ihren jüngsten Abteilungen. Kinderfeuerwehren sind ein Erfolgsmodell.
Es ist ein Trend, der den Verantwortlichen im Landkreis Donau-Ries ein breites Lächeln ins Gesicht zaubert: Die Kinderfeuerwehren in der Region boomen wie nie zuvor. Was vor einigen Jahren noch als mutiges Experiment galt, hat sich mittlerweile zu einer tragenden Säule der langfristigen Nachwuchssicherung entwickelt.
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Wie Kreisjugendfeuerwehrwart Markus Meyr sichtlich stolz berichtet, sind die Mitgliederzahlen in den Kinderfeuerwehren des Landkreises in den vergangenen Jahren um sagenhafte 300 Prozent gestiegen. Das Angebot der Freiwilligen Feuerwehren nimmt kontinuierlich zu, da immer mehr Freiwillige Feuerwehren das Potenzial der frühzeitigen Mitgliederbindung erkennen und eigene Gruppen ins Leben rufen.
Die Expansion im Landkreis setzt sich fort. Allein im aktuellen Kalenderjahr wurden in Nordheim und Daiting neue Kinderfeuerwehren offiziell gegründet. Und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: Die nächsten Gründungsvorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. In Oberndorf und Eggelstetten befinden sich weitere Kinderfeuerwehren in der festen Planung, um den jüngsten Brandschützern vor Ort eine Heimat zu bieten.
Am 27. Juni gibt es einen Kinderfeuerwehrtag in Buchdorf
Dass das Konzept nachhaltig trägt, zeigen auch die ersten kleinen Jubiläen, die im Landkreis bereits gefeiert werden durften. So blicken die Kinderfeuerwehren in Auhausen und Wemding stolz auf ihr Bestehen zurück. Solche Meilensteine werden in der Regel mit großen Kinderfeuerwehrtagen gebührend gefeiert, die sich als echte Publikumsmagnete für die gesamte Region erweisen.
Ein solcher Höhepunkt steht bereits wieder kurz bevor: Am Samstag, 27. Juni, verwandelt sich das Festgelände des Feuerwehrfestes in Buchdorf in eine Spielmeile für den Feuerwehrnachwuchs. Zum dortigen Kinderfeuerwehrtag sind keineswegs nur die bereits aktiven Löschzwerge eingeladen. Die Veranstaltung richtet sich explizit an interessierte Kinder und Familien aus der gesamten Region, die Lust haben, vor Ort mitzumachen und die Welt der Kinderfeuerwehren spielerisch zu entdecken.
Kein schweres Gerät - nur spielerisches Herangehen
Doch was genau passiert eigentlich bei den Gruppenstunden der Kinderfeuerwehren? Eines stellen die Verantwortlichen klar: Eine feuerwehrtechnische Ausbildung findet hier noch nicht statt. Das Arbeiten mit schweren, regulären Geräten ist aus physiologischen Gründen absolut tabu und bleibt der Jugendfeuerwehr vorbehalten.
Stattdessen setzen die Betreuerinnen und Betreuer auf ein spielerisches Herangehen. Im Fokus steht die Brandschutzerziehung, bei der die Kinder lernen, wie man sich im Brandfall richtig verhält oder wie ein Notruf abgesetzt wird. Kindgerechte Experimente rund um das Thema Brennen und Löschen sorgen für leuchtende Augen, während Spiele den Teamgeist, die Kameradschaft und das gemeinsame Problemlösen fördern. Auch Kreativität kommt beim Basteln, Werken und dem Erlernen erster einfacher Knoten nicht zu kurz.
Mit dem vollendeten zwölften Lebensjahr erfolgt schließlich der nächste große Schritt: Der fließende Wechsel in die Jugendfeuerwehr, in der schließlich die fundierte Ausbildung zu Feuerwehranwärtern beginnt.
Hintergrund und rechtlicher Rahmen
- Gesetz: Seit der Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes (BayFwG, Art. 7 Abs. 1) sind Kinderfeuerwehren offiziell verankert.
- Altersgrenzen: Eintritt ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr; Übertritt in die Jugendfeuerwehr mit zwölf Jahren.
- Landesweiter Trend: In Bayern existieren mittlerweile über 1000 aktive Kinderfeuerwehr-Gruppen mit rund 20.000 Mitgliedern.
Quelle: Donauwörther-Zeitung 12.06.2026 Bericht von xxx



